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Historie

Zur Geschichte des Hochdrucklabors

 

Auf Initiative von Prof. Dr. rer. nat. Siegfried Peter hin wurden bereits im Jahre 1972 erste Überlegungen zum Bau eines Hochdrucklabors angestellt. Nach umfangreichen Gesprächen mit den Vertretern anderer Lehrstühle wurde 1974 ein erster Bauantrag gestellt, aus dem die Zielsetzung des Hochdrucklabors hervorgeht:

„Das zentrale Hochdrucklabor soll für die an der Ausbildung im Chemie-Ingenieur-Wesen beteiligten Lehrstühle und Institute die Möglichkeit zu experimentellen Untersuchungen bei vorwiegend hohen und höchsten Drücken schaffen, die in normalen Laborräumen und in unmittelbarer Nähe von Gebäuden mit Publikumsverkehr eine unzumutbare Gefährdung für Bedienpersonal und Umwelt bedeuten würden. Es ist demnach als eine interdisziplinäre Einrichtung gedacht.“ (aus dem Bauantrag von 1974, verfasst von Prof. S. Peter)

Der endgültige Bauantrag wurde im Oktober 1979 vom Bauamt der Universität erstellt, die Einweihung erfolgte am 06. Juli 1984.

Gemäß der am 20. März 1984 in Kraft getretenen Satzung ist das Hochdrucklabor eine Einrichtung der Technischen Fakultät, die der fachübergreifenden Forschung und Lehre dient, insbesondere im Bereich der Sicherheit von Apparaten, Erarbeitung messtechnischer Grundlagen sowie der Untersuchungen von Transportphänomenen, Phasengleichgewichten und Reaktionen unter hohen Drücken.

Der Vorstand des HDL wird stets aus zwei Professoren der Technischen Fakultät gebildet, bisher waren dies stets die Inhaber der Lehrstühle für Technische Chemie (heute Thermische Verfahrenstechnik) und Apparatetechnik und Chemiemaschinenbau (heute Prozessmaschinen und Anlagentechnik).

Vorstand 1984 – 1988         Prof. Dr. rer. nat. S. Peter, Prof. Dr.-Ing. G. Vetter
Vorstand 1988 – 2001         Prof. Dr.-Ing. R. Steiner, Prof. Dr.-Ing. G. Vetter
Vorstand 2001 – 2004         Prof. Dr.-Ing. R. Steiner, Prof. Dr.-Ing. E. Schlücker
Vorstand 2004 – 2018         Prof. Dr.-Ing. W. Arlt, Prof. Dr.-Ing. E. Schlücker
Vorstand seit 2018              Prof. Dr.-Ing. E. Schlücker, Prof. Dr.-Ing. M. Thommes

Das HDL umfasst eine Fläche von ca. 550 m² zuzüglich 250 m² Lagerräumen. Die zehn Hochdruckbunker (eingeschossig) und drei mehrstöckigen Versuchsräume wurden hauptsächlich von den Lehrstühlen des Chemie- und Bioingenieurwesens benutzt, aber auch von anderen Lehrstühlen der Technischen Fakultät, wie z.B. Werkstoffwissenschaften.

Zeitnah zur Inbetriebnahme des HDL wurde in Erlangen der DFG-Sonderforschungsbereich 222 „Heterogene Systeme bei hohen Drücken“ etabliert, der von Prof. Durst („Entwicklung von Messverfahren für Untersuchungen von einphasigen und zweiphasigen Strömungsvorgängen unter hohem Druck“), Prof. Vetter („Dickwandige Bauteile unter pulsierendem Innendruck“), Prof. Molerus („Einfluss des statischen Druckes auf Blasenentwicklung und lokales Wärmeübergangsverhalten in Wirbelschichten“) sowie Prof. Peter (Das Verhalten von Gegenstromkolonnen unter den Bedingungen der überkritischen Fluidextraktion“) getragen wurde. Große Teile dieser Arbeiten fanden im Hochdrucklabor statt.

Hier wurden schon die Grundsteine für spätere umfangreiche Arbeiten zur Naturstoffextraktion gelegt. Später wurde die Partikeltechnologie ein wichtiges Betätigungsfeld des HDL. Heute werden die Grenzen der Arbeitsdrücke immer mehr nach oben verschoben, Synthesen bei 14000 bar sind zur Zeit im HDL realisierbar. Aktuelle Hauptarbeitsgebiete  sind ammonothermale Synthesen sowie Wasserstoffnutzung
und -speicherung.